Wir sind frustriert – gelinde gesagt. Klimakollaps, Patriarchat, Endzeit-Kapitalismus, autoritärer Trend, Faschisierung – die Liste ist endlos… Wir sind aber nicht nur über das System und die daraus resultierenden katastrophalen Zustände frustriert, sondern auch auf verschiedenen Ebenen über die linken Bewegungen im deutschsprachigen Raum. Infolgedessen ist dieser Blog entstanden, der vor allem Kritik an „der“ Bewegung sammelt – mal mehr, mal weniger konstruktiv. Eine thematische Begrenzung legen wir uns aber nicht auf.
Mehr über das Projekt
Von der Praxis in die Theorie und zurück
Wir sind ein loses Kollektiv von Menschen, die seit Jahren in linken Bewegungen aktiv sind. Ernüchtert mussten wir feststellen, dass unsere Kämpfe (bislang) nicht zu ihren Zielen geführt haben. Das Klima kollabiert, der Faschismus ist im Höhenflug, das Patriarchat sitzt fest im Sattel und so weiter…
Eine Bewegung, die aus Fehlern lernt, Wissen und Erfahrungen weitergibt, bereit ist, sich selbst weiterzuentwickeln und auch den Mut hat neue Wege zu gehen, wünschen wir uns. Unser Ziel ist es deshalb, mit unseren Texten einen kleinen Beitrag dazu zu leisten.
Das „Thema“ in „Thema-Kollektiv“ steht dabei selbstironisch als Abkürzung für „Theorie-Macker“ in Anlehnung an das Bild von so cis Typen, die einer* mit irgendwelchen akademischen Schinken unterm Arm die Welt erklären wollen. Natürlich haben wir auch nicht die Weisheit mit Löffeln gefressen. Über Kritik, Ergänzungen, Gastbeiträge und Anmerkungen freuen wir uns deshalb sehr!
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- 5 Erkläransätze für das Scheitern der interventionistischen (Klima-)BewegungDas Narrativ des „Bewegungswinters“ entsprechend des Modells der Bewegungszyklen dominiert die Analyse des Niedergangs der Klimabewegung nach dem (vorläufigen) Höhepunkt 2019. Demnach müssen wir die aktuelle Schwäche einfach nur aushalten, irgendwie am Ball bleiben und Bewegungswissen konservieren. Der nächste „Sommer“ wird zwangsläufig und fast von selbst kommen, wenn wir einfach nur lange genug abwarten. Aber … 5 Erkläransätze für das Scheitern der interventionistischen (Klima-)Bewegung weiterlesen
- Was Demos können und was nicht7 Ziele, die Demos erreichen können und 1 Ziel, das Demos nicht erreichen können…
- System Change wann? Aktionen, die was bringenRealitäts-Check: interventionistische bzw. appellative Politik ist gescheitert. Wer diesen Weg bislang gegangen ist und dieses schmerzliche Scheitern nicht verdrängt, fragt sich womöglich „Was jetzt?“. Darum geht es in diesem Text. Dabei geht es mehr um taktische als um strategische Fragen, um größere Teile „der“ linken Bewegung anzusprechen.
- (Wohlfühl)-Aktivismus überwindenHand aufs Herz – wer von uns möchte sich nicht als eine*r von den Guten fühlen? Einen Beitrag leisten, die Welt zu verbessern, was Gutes tun – das lässt uns besser fühlen. Nur leider müssen wir feststellen, dass wir das bislang gar nicht so wirklich schaffen, wenn wir ehrlich sind… Wir müssen also unseren eigenen (Wohlfühl)-Aktivismus kritisch hinterfragen. Dieser Text richtet sich dabei vor allem an die privilegierten Teile der linken Bewegung in Deutschland. Nicht alle hier genannten Probleme treffen auf alle Teile (gleichermaßen) zu, aber ein Bewusstsein für diese Probleme ist sicherlich in jedem Fall sinnvoll.
- Was ist eigentlich eine Strategie? Und was eine Taktik?„Linke Strategien scheitern oft nicht, weil sie oft gar nicht erst vorhanden sind.“ Es wird oft genug über Strategien diskutiert ohne ein (klares) Verständnis davon zu haben, was überhaupt eine Strategie ist und was nicht. Selbstverständlich gibt es dazu nicht die eine Definition, aber überhaupt eine zu haben, ist sicherlich nicht verkehrt…
- Linke Bewegung am Boden – Wege aus dem ScheiternGlauben wir als linke Bewegung, der Faschisierung, dem Klimakollaps und all der ganzen Scheiße gerade wirklich effektiv etwas entgegen zu setzen? Funktionieren unsere Strategien und Arbeitsweisen? Wann haben wir das letzte mal unsere Ziele wirklich erreicht? Werden wir unseren zentralen Selbstansprüchen überhaupt gerecht? Und wo sind so viele unserer Weggefährt*innen geblieben? Dieser Text liefert vielseitige Anstöße zur Beantwortung dieser Fragen und einen möglichen Wegweiser zu neuer Hoffnung und Handlungsmacht.
